Lernen – aber bitte richtig!

Lernen leicht gemacht – Tipps, um besser zu lernen

Durch Notendruck und ein steigendes Lernpensum sind Schüler oft großem Stress ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, das eigentliche Lernen so effektiv wie möglich zu gestalten.

Der Zeitpunkt zum Lernen

Eltern sollten zunächst genau beobachten, wann ihr Kind am besten lernen kann. Nach Hause kommen, essen und sofort die Hausaufgaben erledigen bzw. für die Mathearbeit am nächsten Tag lernen – diese Reihenfolge sehen Eltern zwar gern, aber vielleicht lohnt es sich ja, mal einen anderen Ablauf auszuprobieren. Manche Schüler können sich z.B. besser konzentrieren, wenn sie erst abends nach dem Sport lernen. Genauso wichtig ist die Wahl der Lernumgebung. Dem Kind sollte ein Rückzugsort zur Verfügung stehen, wo es sich ungestört und ohne Ablenkungen durch den Fernseher oder spielende Geschwister konzentrieren kann.

Lerntypen erkennen und fördern

Je nach Lerntyp eignen sich verschiedene Methoden, um den Lernprozess zu verbessern. Eltern sollten mit ihrem Kind gemeinsam herausfinden, wie es neuen Lernstoff am liebsten verarbeitet und es dahingehend fördern. Analytisch geprägten Kindern hilft es z.B., neue Sachverhalte gut strukturiert darzustellen. Tabellen mit Über- und Unterkategorien und systematische Zusammenfassungen des Lernstoffes machen es diesen Kindern leicht, sich auf Prüfungen vorzubereiten. Visuell geprägte Kinder hingegen brauchen Farben, Formen und Bilder, die sie wie eine Wissens-Landkarte im Gedächtnis speichern können. Sogenannte Mind-Maps sind für diese Kinder besonders hilfreich. Für sehr kommunikative Schüler kann das gemeinsame Lernen mit einem Freund oder ein Nachhilfe Kurs ein optimaler Lernweg sein. Einfache Spiele, wie etwa das Ratespiel Stadt-Land-Fluss, können unkompliziert an den aktuellen Lernstoff angepasst werden und Schülern einen enormen Motivationsschub geben. Auch der Spaß am Lernen kommt dabei nicht zu kurz.

Gedächtnisstützen suchen

Besonders beim Lernen von Fremdsprachen helfen einfache Tricks dem Gedächtnis auf die Sprünge. Wenn Schüler eine neue Vokabel lernen, sollten sie darauf achten, was sie mit dem Wort verbinden. Vielleicht gibt es ein ähnliches Wort, das fast genauso klingt und zur Eselsbrücke werden kann. Das englische Wort „Cow“ (ausgesprochen „kau“) wird so schnell zur „Kuh, die Kaugummi kaut“.

Lernhilfen – womit man besser lernen kann

Unter dem Begriff Lernhilfen lässt sich alles fassen, was dem Lernenden beim Verstehen und Einüben von Lerninhalten hilft. Im Folgenden sollen einige Lernhilfen vorgestellt werden.
Karteikarten

Karteikarten eignen sich besonders gut für den Erwerb einer Fremdsprache. Die Vokabeln werden auf den Karten notiert – auf der einen Seite in Deutsch, auf der anderen in der Fremdsprache. Der Lernende nimmt sich dann eine Karte aus dem Kasten und versucht, den Begriff zu übersetzen. Fällt ihm die richtige Vokabel ein, so verzeichnet er dies z. B. durch ein Häkchen auf der Karte; wurde eine Karte dreimal mit einem Häkchen versehen, so kann sie vorläufig aussortiert werden. Derlei Karteikarten und Boxen lassen sich im Handel erstehen; es empfiehlt sich aber, die Lernwörter selbst einzutragen, da dadurch bereits ein Lerneffekt erzielt wird. Wer Geld sparen möchte, kann statt Karteikarten auch einfaches Papier nehmen, das auf die entsprechende Größe zugeschnitten wird.

Bücher und Tabellen

Für fast alle Unterrichtsfächer existiert umfangreiches Zusatzmaterial, das zumeist von den Schulbuchverlagen herausgegeben wird. Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, dass es sich nicht einfach nur um zusätzliche Übungen handelt, sondern auch Lerntipps gegeben werden. Auch im Internet wird man hier fündig, indem man zum Beispiel die Klassen- und Schulstufe, das Bundesland und das Lernfach in eine Suchmaschine eingibt. Als Lernhilfen gelten auch Lexika und Wörterbücher sowie Kompendien, in denen der Lernstoff eines Faches erläutert wird. Daneben lassen sich auch Lernboxen erwerben oder erstellen, die ähnlich dem Karteikartenprinzip funktionieren.
Elektronische Lernhilfen

Lernhilfen, die den Charakter des Spielerischen tragen, wurden speziell für das Nintendo oder den PC entwickelt. Ob Mathetrainer, Übungen zur Rechtschreibung und Grammatik, Sachkunde oder Wortschatzverbesserung – das Angebot an Lern-Games und interaktiven CD-ROMs hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Darüber hinaus bieten zahlreiche Internetportale Lernhilfen an, was in der Regel aber eine kostenpflichtige Mitgliedschaft voraussetzt. Hier empfiehlt es sich, zuvor die zumeist auch angebotene kostenfreie Probephase auszunutzen, um zu prüfen, ob dadurch wirklich ein Lernerfolg erzielt wird.

Neue und alte Lernmethoden

Eine geeignete Lernmethode ist immer abhängig vom Fach und von der Person. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass regelmäßiges Lernen sehr viel Erfolg versprechender ist als der Versuch, sich den Lernstoff in stundenlangen Sitzungen einzuprägen. Dies hängt mit der Aktivierung von Kurz- und Langzeitgedächtnis zusammen; ein Lernerfolg kann sich gerade in Fächern, in denen es um Wissen und nicht um das Erschließen von Zusammenhängen geht, nur bei regelmäßiger Wiederholung des Stoffes einstellen.

Entdeckendes Pauken

Was die Lerninhalte angeht, so sollte eine Unterscheidung getroffen werden zwischen Inhalten, die „gepaukt“ – also auswendig gelernt – werden müssen und Inhalten, mit denen sich experimentieren lässt. Ersteres gilt zum Beispiel für das Einmaleins und die Englischvokabeln. Doch auch hier gibt es Methoden, das Auswendiglernen zu vereinfachen. So kann man beim Einmaleins zum Beispiel nach Regelmäßigkeiten suchen (lassen) – etwa in der Achterreihe, in der die Abfolge 8-6-4-2-0 im Einer wiederkehrt und diese beim Auswendiglernen besonders stark artikulieren.

Auch beim Vokabellernen lohnt es sich, auf Ähnlichkeiten zu achten, so kann man z. B. in den Wörtern „Knie“ und „knee“ einfach die Vokale weglassen oder auch Eselsbrücken bilden wie: Das Auge hat eine Form wie ein „eye“. Die Lernmethode, die sich aus solchen Beispielen ableiten lässt, basiert darauf, dass der Lernende sich zunächst mit dem Lernstoff auseinandersetzt. Schon der Versuch, derlei Ähnlichkeiten und Gesetzmäßigkeiten abzuleiten, führt dazu, dass man sich den Lernstoff einprägt. Das anschließende Auswendiglernen wird dadurch erheblich erleichtert. Eine weitere Möglichkeit, sich das Auswendiglernen zu erleichtern, besteht für viele Lernende darin, mit körperlichen Bewegungen und rhythmischem Sprechen den Lerninhalt zu unterstreichen.

Persönlicher Zugang

In anderen Fächern sollte stärker auf einen persönlichen Zugang zur Thematik geachtet werden. Was hat dieser Lerninhalt mit meinem Leben zu tun – der Versuch, diese Frage zu beantworten, kann sicher zum erfolgreichen Lernen beitragen. Besonders hilfreich ist es zudem, vom Lernenden zum Lehrenden zu werden – also zu versuchen, anderen den Lernstoff zu erklären. Erst dann merkt man nämlich, was man selbst verstanden hat und was nicht.

Lernen auch für Erwachsene!

Fast jeder fünfte Erwerbstätige in Deutschland hat keine Berufsausbildung, viele von ihnen verfügen nicht mal über einen Schulabschluss — und können daher im Job meist nur einfache manuelle Tätigkeiten verrichten. Spezielle betriebliche Weiterbildungsangebote, die die Defizite von Geringqualifizierten abbauen helfen, gibt es bislang kaum, hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) festgestellt.

Technischer Wandel, Fachkräftemangel und sinkende Geburtenraten, die rückläufige Beschäftigtenzahlen nach sich ziehen, führen zu dramatisch veränderten Anforderungen in der Arbeitswelt. Weil wir immer weniger werden, müssen wir immer besser werden.

Aber nicht nur der Mensch muss seine Kenntnisse und Fähigkeiten ständig erneuern und erweitern. Auch Betriebe und Weiterbildungsinstitutionen müssen sich mit den Anforderungen auseinandersetzen und zu lernenden Organisationen werden. In der beruflichen Weiterbildung gehen Fortbildung, Personalentwicklung und Organisationsentwicklung immer mehr ineinander über.

Weiterbildung lohnt sich!

Wer sich weiterbildet, darf auf eine Entgeltsteigerung hoffen. Aber nicht nur der Blick aufs Konto macht Freude – zusätzlich sind Arbeitnehmer zufriedener und fühlen sich hinsichtlich ihres Jobs sicherer. Auch die Unternehmen können von der Wissbegier ihrer älteren Beschäftigten profitieren, vor allem wenn Wissen über neue Prozesse und Produkte vermittelt wird.

Wenn Weiterbildung dazu beiträgt, dass Beschäftigte länger im Erwerbsleben bleiben, gewinnt die gesamte Gesellschaft. Das IW Köln hat dafür eine sogenannte „Aktivierungsrendite“ berechnet: Gelingt es, das durchschnittliche Rentenzugangsalter um zwei Jahre zu erhöhen, macht das ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von 97,5 Milliarden für das Jahr 2030 aus und knapp 141 Milliarden Euro für das Jahr 2035.

In unserer globalisierten Gesellschaft sind gut ausgebildete Arbeitskräfte ein wichtiger Faktor für Unternehmen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Zwischen 2010 und 2025 wird der Anteil der Jugendlichen unter 30 Jahren in Deutschland jedoch um 4,2 Millionen, also 16 Prozent, zurückgehen. Das zeigt, dass beim Nachwuchs der Arbeitskräfte schnell Engpässe entstehen können. Daher muss das vorhandene Potenzial an Arbeitskraft besser genutzt werden, d.h. ältere Arbeitnehmer müssen sich weiterbilden.